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Oswald-von-Nell-Breuning-Symposium 2008

Tagungsband unseres Symposiums zum Thema „Global warming“ erschienen

 

 

Der Tagungsband umfasst  156 Seiten, ist im Leipziger Universitätsverlag erschienen und zum Pries von € 24,00 im Buchhandel zu erwerben ISBN 978-3865834270
Das Buch umfasst alle Vorträge, die an dem Wochenende in 2008 gehalten wurden und enthält zusätzlich eine Einleitung unserer Kollegen Prof. Dr. Wolf und Dr. Herdt, die alle Beiträge in einer Gesamtschau noch einmal zusammenfasst.
Es eignet sich zur Eigenlektüre aber auch als Geschenk für Menschen, die sich um Zukunft unseres Erde Gedanken machen.

 

Global Warming - 5. Oswald-von-Nell-Breuning-Symposium zum Klimawandel


Zum 5. Mal veranstalteten die Stadt Rödermark und die Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in der Kulturhalle Rödermark ein Symposium.
Dieses Mal stand der globale Klimawandel mit dem Titel „Global Warming. Wie verhindern wir die Klimakatastrophe — Welche Verantwortung haben wir?“ mit allen Facetten im Mittelpunkt. Renommierte Wissenschaftler und Journalisten aus der gesamten Bundesrepublik und angrenzenden Staaten referierten und diskutierten dabei nicht nur die Auswirkungen, sondern vor allem auch Lösungsansätze aus unterschiedlichen Perspektiven.

Vor der am ersten Tag nahezu vollbesetzten Kulturhalle präsentierte zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung die Europa-Songgruppe der NBS ihr neues mitreißendes Lied „Ziel unbekannt“.
Nach Grußworten von Bürgermeister Kern und Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht erläuterten Schulleiter Jochen Zeller und die Organisatoren Prof. Dr. Philipp Wolf und Dr. Dietmar Herdt das Konzept des Nell-Breuning-Symposiums, das im Abstand von drei Jahren von der Nell-Breuning-Schule und der Stadt Rödermark veranstaltet wird.

 

Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht

 

In seinem Einführungsvortrag umriss der Hamburger Wissenschaftsjournalist Niels Boeing die „dreifache Herausforderung“ durch den Klimawandel: Reduktion des Kohlendioxids, Leben mit dem Klimawandel und Verteidigung der Bürgerrechte. Boeing machte deutlich, dass wir uns auf jeden Fall auf einen Temperaturanstieg einstellen müssen, der nicht auf normale natürliche Prozesse zurückzuführen sein wird.

 

(von links nach rechts) Referentin Ursula Hammann (Umweltpolitische Sprecherin Bündnis 90/die Grünen im Hess. Landtag), Mitorganisator Dr. Dietmar Herdt, Bürgermeister Roland Kern, Referent Dr. Franz Alt, Moderator Niels Boeing und Mitorganisator Prof. Dr. Philipp Wolf

 

Auch Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Leiter des Senckenberg-Forschungs-instituts, konnte aus geowissenschaftlicher Sicht überzeugend darstellen, dass ein erheblicher Anteil der seit 150 Jahren zu beobachtenden Erderwärmung durch den Menschen zu verantworten ist. Seine Konzeption eines umfassenden „Erdsystem-Managements“ berücksichtigt auch die unterschiedlichen Interessen der südlichen Halbkugel ebenso wie jene der nachfolgenden Generationen. Unter Verweis auf die aktuelle Stellungnahme der europäischen Bischofskonferenz konnte der Moraltheologe Prof. Dr. Schuster von der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen hier direkt anschließen. Schuster mahnte verantwortungsethisch eine nachhaltige Entwicklung an. Zukünftigen Generationen dürften wir keine schlechteren Lebensbedingungen hinterlassen.

 

Prof. Dr. Mosbrugger

 

Prof. Dr. Schuster

 

Der Bundesvorsitzende des BUND, Prof. Dr. Hubert Weiger, befasste sich mit der alarmierenden Abnahme der biologischen Vielfalt (Biodiversität) in unseren Breiten, aber auch anderen Regionen der Welt infolge des Klimawandels. In Deutschland müsse mit einem Rückgang der Tier- und- Pflanzenbestände um bis zu 30%, weltweit gar bis zu 50%, gerechnet werden. In seinem engagierten und begeisternden Vortrag nannte Weiger auch eine Reihe von konkreten Naturschutzmaßnahmen wie etwa den Rückbau von Dämmen oder Renaturierungsprojekte von Mooren, mit denen der Entwicklung begegnet werden könne. In einer nachhaltigen Energieversorgung und konsequenten Effizienztechnik liege ein erhebliches Einsparpotenzial.

 

Prof. Dr. Weiger

 

Dr. Jörg Rothermel vom Verband der chemischen Industrie schilderte die Rolle der chemischen Industrie für den Klimaschutz. So könne z.B. mit Hilfe der Kraft-Wärme-Kopplung (Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme) die Effizienz von Industriekraftwerken auf bis zu 90% gesteigert werden kann.

 

Dr. Rothermel

 

Zum Abschluss des ersten Tages präsentierten die Schülerinnen und Schüler des Profils Naturphilosophie 13 ihre Arbeit „Klimakatastrophe — Mit der Kernkraft aus der Krise vor?“, die auch außerhalb der NBS erfolgreich ist. Teil der multimedialen Show ist ein Musikvideo zu dem schuleigenen Klimasong, der von Melanie König (10. Klasse) live gesungen wurde.

Mit einer Analyse des komplexen Zusammenspiels von Wissenschaft, Politik und Medien eröffnete Prof. Dr. Peter Weingart den zweiten Veranstaltungs-tag. Die Dramatisierung oder auch Abwertung des Klimawandels in den Medien und die selektive Übernahme bestimmter Forschungsergebnisse durch die Politik berge die Gefahr eines Glaubwürdigkeitsverlustes der Klimawissenschaften. Mithin werde eine reale Bedrohung nicht mehr angemessen wahrgenommen.

 

Prof. Dr. Weingart

 

Ähnlich wie Weingart kritisierte der Klimawissenschaftler Prof. Dr. Hans von Storch eine häufig unredliche und effekthascherische Darstellung der Thematik, so auch in naturwissenschaftlichen Zeitschriften wie „Science“ und „Nature“, die das politische Interesse für bestimmte Themen negativ steuerten. Für den Bereich der Küsten- und Meeresforschung wies er nach, dass nicht alle extremen Wetterphänomene mit dem Klimawandel zu erklären sind. Er bestritt die „gefühlte“ Zunahme von schweren Stürmen in den vergangenen 150 Jahren. Das Risiko des Klimawandels wollte Storch jedoch keineswegs bestreiten, vielmehr gäbe es gute Gründe, CO2- und andere Emissionen zu reduzieren.

 

Prof. Dr. Hans von Storch

 

Der Philosoph Prof. Dr. Lukas Meyer von der Universität Bern wies detailliert und präzise auf, was Klimagerechtigkeit global heißen könnte und warum wir auch zukünftigen Generationen das Menschrecht auf eine intakte Lebenswelt schulden. Da Fairness entscheidend für die Akzeptanz einschneidender Maßnahmen sei, forderte er eine angemessene Zuweisung von Emissions-rechten für die Entwicklungsländer.

 

Prof. Dr. Meyer (links) im Gespräch mit Regisseur Thomas Henke

 

Der Jurist Prof. Dr. Felix Eckard ging nicht nur auf die individuelle Motivationsproblematik ein, sondern entwickelte auch eine komplexes und beeindruckendes völkerrechtliches Modell zur wirksamen Durchsetzung des Klimaschutzes, das er in der Formel „One human — one emission right“ zusammenfasste.

 

Prof. Dr. Eckard

 

Der Sozialpsychologe und Autor des Buches „Klimakriege — Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“, Prof. Dr. Harald Welzer, konnte anhand historischer und aktuelle Konflikte um Überlebensressourcen wie vor dem Hintergrund weltweiter Migrationbewegungen sehr plastisch aufzeigen, dass der Klimawandel auch ein erhebliches Potential an Gewalt in sich berge. Sein Appell an eine grundlegende Änderung des westlichen Lebensstils wurde vom Publikum mit Beifall aufgenommen.

 

Prof. Dr. Welzer

 

Nachdem Ursula Hammann, die umweltpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag, das energiepolitische Programm ihrer Partei erläutert hatte, boten die Tutorien der 12. Jahrgangsstufe in zwei Programmblöcken Ausschnitte aus ihren Präsentationen dar, die in der Profilwoche Ende Oktober ausgearbeitet worden waren. Entsprechend des Ansatzes der Nell-Breuning-Schule, Schule und Hochschule miteinander zu vermitteln, griffen die Schülerinnen und Schüler sehr kompetent alle wesentlichen Aspekte der Klimaproblematik auf, um sie multimedial und unterhaltsam für die Öffentlichkeit aufzubereiten.

 

Präsentation des Profils "Politik und Wirtschaft" des 12. Jahrgangs

 

Mit einem überaus engagierten Plädoyer für die konsequente Nutzung der Sonnenenergie und den Umbau der herkömmlichen Energiewirtschaft konnte der bekannte Fernsehjournalist und Autor Dr. Franz Alt die Zuhörer in seinen Bann schlagen. Der programmatische Titel seines neuen Buches lautet „Sonnige Aussichten — Wie der Klimaschutz zum Gewinn für alle wird“.
Zum Ausklang sang Sophia Schwarzkopf (Jahrgangstufe 13) den Klimasong „Uns bleibt keine Zeit“.

 

Sophia Schwarzkopf

 

Vertreter der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule und der Stadt Rödermark zogen ein positives Resümee des zweitägigen Symposiums.

 

 

Schulleiter Jochen Zeller (siehe Foto) bedankte sich insbesondere bei den Organisatoren für die ausgezeichnete Zusammenstellung des Referentenfeldes, welches die Zuhörer durchaus in den Bann zog. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch Sponsorengelder der Sparkasse Dieburg und des Energieversorgers HSE.

(D. Herdt, P. Wolf)



Herzliche Einladung zum


5. Nell-Breuning-Symposium

am 31.10. und 1.11.2008, Kulturhalle Rödermark


Thema:

Global Warming.
Wie verhindern wir die Klimakatastrophe — Welche Verantwortung haben wir?


Moderation:
Niels Boeing, Wissenschaftsjournalist (ZEIT, Stern, Technology Review, Financial Times Deutschland)

Die Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark veranstaltet gemeinsam mit der Stadt Rödermark am 31.10. und 1.11.2008 ein Symposium, das sich dem Thema „Global Warming. Wie verhindern wir die Klimakatastrophe – Welche Verantwortung haben wir?“ widmen wird.
Die Veranstaltung soll eine Begegnung zwischen Schule, Hochschule und einer interessierten Öffentlichkeit der Stadt ermöglichen. Tagungsort wird die zentral gelegene Kulturhalle im Ortsteil Ober-Roden sein.

Während kaum mehr bestritten wird, dass sich unser Klima — auch durch anthropogene Faktoren bedingt — einschneidend verändert, gibt es über die Tragweite und Folgen des Klimawandels sowie über adäquate Maßnahmen nach wie vor heftige Auseinandersetzungen.
Das 5. Nell-Breuning-Symposium möchte nicht nur die Diskussion über Ursachen und Folgen des Klimawandels vorantreiben, sondern auch Anregungen zu möglichen Lösungsansätzen bieten. Folgende Fragen sollen dabei im Mittelpunkt stehen:

Wie wird sich die globale Erwärmung konkret auf welche Länder, Regionen und sozialen Gruppen auswirken? Welche wissenschaftlichen Szenarien erscheinen plausibel, welche eher fragwürdig?

Auf welche Energieträger und Ressourcen müssen wir uns konzentrieren, um den CO2-Ausstoß entscheidend zu verringern? Ist der Ausbau der Kernenergie eine Alternative?

Was sind die ethischen Implikationen von menschlichen Eingriffen in ökologische Systeme, deren globale Konsequenzen unabsehbar sind?

Wie können oder sollen gesellschaftliche Teilgruppen eine Verantwortung für Folgen entwickeln, zu denen sie zwar beitragen, von denen sie aber kaum betroffen sind?

Wie müsste sich unser individuelles Verhalten ändern, das sich als weitgehend resistent gegen ökologische Aufklärungsarbeit erweist?

Kann nur durch Reglementierung und Sanktionen eine mögliche Katastrophe abgewendet werden — Besteht die Gefahr einer Ökodiktatur?

Welche konkreten politischen und rechtlichen Maßnahmen müssen ergriffen werden?


Programm


Freitag, 31.10.2008


13:00 — 13:30 Uhr
Eröffnung: Europa-Songgruppe der NBS

Grußworte:
Prof. Dr. Philipp Wolf / Dr. Dietmar Herdt
Bürgermeister Roland Kern
Schulleiter Jochen Zeller
Landrat Peter Walter
Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht

13:30 — 14:00 Uhr
Dr. Hermann Scheer
MdB SPD, Träger des alternativen Nobelpreises

14:00 — 14:50 Uhr
Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Direktor des Forschungsinstituts und des Naturmuseums Senckenberg: „Natürlicher und anthropogener Klimawandel — Wie katastrophal ist der Mensch?“

14:50 — 15:40 Uhr
Prof. Dr. Josef Schuster, Philosophisch–Theologische Hochschule Sankt Georgen: „Klimawandel und ethische Verantwortung"

15:40 — 16:00 Uhr Kaffeepause

16:00 — 16:50 Uhr
Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V.: „Die Folgen des Klimawandels für die Biodiversität“

16:50 — 17:40 Uhr
Dr. Jörg Rothermel, Geschäftsführer der Fachvereinigung Energie, Klimaschutz und Rohstoffe im Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI): „Die Rolle der chemischen Industrie im Klimaschutz"

17:40 — 18:10 Uhr
Präsentation des Profils Naturphilosophie 13: „Klimakatastrophe — Mit der Kernkraft aus der Krise?“

18:10 — 19:00 Uhr
Niels Boeing, Technology Review, Zeit, Stern:
„Die dreifache Herausforderung“


Samstag, 1. November 2008


9:00 — 9:50 Uhr
Prof. Dr. Peter Weingart, Universität Bielefeld — Institut für Wissenschafts- und Technikforschung: „… alle reden vom Klima“

9:50 — 10:40 Uhr
Prof. Dr. Hans von Storch, Institut für Küstenforschung, GKSS Forschungszentrum und Klima-Exzellenzzentrum CLISAP — Universität Hamburg: „Das soziale und das wissenschaftliche Konstrukt vom menschgemachten Klimawandel“

10:40 — 11:00 Uhr Kaffeepause

11:00 — 11:50 Uhr
Prof. Dr. Lukas Meyer, Universität Bern — Institut für Philosophie: „Wie mit dem Klimawandel gerecht umgehen?“

11:50 — 12.40 Uhr
Prof. Dr. Felix Ekardt, Universität Bremen — Forschungsstelle für Europäisches Umweltrecht / Universität Leipzig: „Wie die Klimawende global und europäisch gelingt: Konzepte, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Gerechtigkeit“

12:40 — 13:40 Uhr Mittagspause

13:40 — 14:30 Uhr
Prof. Dr. Harald Welzer, Center for Interdisciplinary Memory Research at Essen and Research Professor of Social Psychology at the University of Witten/Herdecke: „Klimakriege — Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird"

14:30 — 15:00 Uhr
Schülerpräsentationen (12. Jahrgangsstufe)
Profil Naturphilosophie: "Die Sonne bringt es an den Tag?"
Profil Gesellschaft im Wandel: "Eine deutsche Wohnstube"
Profil Umwelt und Lebensqualität: "Biodiversität und Klimawandel"

15:00 — 15:50 Uhr
Ursula Hammann, Umweltpolitische Sprecherin Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag

15:50 — 16:10 Uhr Kaffeepause

16:10 — 17:00 Uhr
Schülerpräsentationen (12. Jahrgangsstufe)
Profil Europa: "It's never too late"
Profil Kommunikation und Ästhetik: "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt"

17:00 — 17:20 Uhr
Michael Brand, MdB CDU, Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

17:20 — 18:20 Uhr
Dr. Franz Alt, Fernsehjournalist und Autor: „Sonnige Aussichten — Wie Klimaschutz zum Gewinn für alle wird“

18:20 — 18:30 Uhr
Schlusswort: Prof. Dr. Philipp Wolf / Dr. Dietmar Herdt: „Uns bleibt keine Zeit“; Song und Musikvideo des Profils Naturphilosophie 13


Profil Naturphilosophie präsentiert neuen "Klimasong"


Auf dem Weg zum diesjährigen Nell-Breuning-Symposium präsentierte das Profil Naturphilosophie bereits in der Profilwoche 12 im Januar 2008 ein neues Projekt mit dem Titel „Klimakatastrophe — Mit der Kernkraft aus der Krise?“.



Multimedialer Höhepunkt der Präsentation ist ein Musikvideo mit dem selbst geschriebenen „Klimasong“, der inzwischen in einem professionellen Tonstudio (siehe Foto) mit den Sängerinnen Melanie König (Abschlus 2010; auf dem Foto rechts) und Daniela Wentz (Abiturjahrgang 2003) produziert worden ist:


Hören Sie den Klimasong.

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