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1. Begründung des Profils
Das Profil "Umwelt und Lebensqualität" vereinigt die Fächer Biologie (Leistungskurs), Chemie (Grundkurs) und Englisch (Grundkurs), ähnelt damit in Teilen der Kurszusammensetzung dem Profil "Gesellschaft im Wandel" und widmet sich ebenso wie dieses Schlüsselthemen von naturwissenschaftlicher und politisch-gesellschaftlicher Relevanz. Allerdings wird mit Berücksichtigung des Faches Chemie und mit Biologie als Tutorenleistungskurs dieses Profils der Schwerpunkt deutlich in Richtung der Naturwissenschaften verschoben. Damit präsentiert dieses Profil die von der Politik und Industrie gewünschte Förderung der Naturwissenschaften und bereitet verstärkt auf zukunftsweisende Berufsbilder aus den Bereichen Medizin, Pharmazie, Biochemie und Biotechnologie vor.
2. Curriculare Arbeit
In der curricularen Arbeit wird zunächst vom federführenden Leistungskurs Biologie ausgegangen. Eine Betrachtung der Zielbestimmung des Biologieunterrichtes nach den Kursstrukturplänen ergibt folgende Grundüberlegungen:
Biologie als Wissenschaft vom Leben beschäftigt sich mit "Ursprung, Wesen, Entwicklung, Komplexität und Vielfalt der Lebenserscheinungen." (KSP S.3). Der Mensch benötigt zur "Bewältigung seiner Lebenssituationen" in Gegenwart und Zukunft biologische Kenntnisse und muss dazu in der Lage sein, Reflexionen über den biologischen Erkenntnisgewinn und über "Chancen und Probleme der Anwendung und Umsetzung biologischer Erkenntnisse in Technik und Gesellschaft" anzustellen.
Es wird besonders auf eine Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für die eigene Gesunderhaltung und den Schutz der Natur, sowie auf die Vernetzung der Probleme mit den anderen Natur- und den Gesellschaftswissenschaften sowie dem "literarisch-künstlerischen Bereich" hingewiesen.
Auch bei den methodischen Zielsetzungen werden Zukunftsorientierung und interdisziplinäres Denken sowie die Herstellung von Zusammenhängen zur außerschulischen Wirklichkeit betont.
Die in den KSP angesprochenen Aspekte werden auch für die Biologie in hohem Maße durch das in der Agenda 21 festgelegte Prinzip der "Nachhaltigen Entwicklung" abgedeckt. Der Gedanke "Nachhaltige Entwicklung" bildet die Arbeitsgrundlage für das Profil "Umwelt und Lebensqualität" als Thema des fächerverbindenden Arbeitens, allerdings unter deutlicher Betonung der naturwissenschaftlich-technischen Aspekte.
Neben der Profilarbeit sollen selbstverständlich auch im Profil "Umwelt und Lebensqualität" Verbindungen zu anderen, nicht in die Profile eingebundenen Fächern zu fächübergreifendem bzw. fächerverbindendem Arbeiten genutzt werden. Hier bieten sich insbesondere die Fächer Englisch, Ethik und Religion an.
Englisch stellt die weltweit gängige Arbeitssprache für die Naturwissenschaften dar, wobei wissenschaftliches Arbeiten, Publizieren und Kommunizieren ohne Englisch inzwischen undenkbar ist.
Gerade die modernen Forschungsgebiete der Genetik (Gentechnologie, Klonen) erfordern eine Auseinandersetzung mit ethischen Grundsätzen in den Naturwissenschaften.
Die Durchsicht der einzelnen Inhaltsbereiche der KSP Biologie, wie sie auch Grundlage für die Abiturprüfungsanforderungen sind, ergeben folgende Aspekte als thematische Leitbild für "Nachhaltige Entwicklung":
a) Evolutionsbiologie:
Biodiversität/ Artenvielfalt
Eingriffe des Menschen in die Evolution: Züchtung/ Artensterben
Biologische und kulturelle Evolution der Menschen
b) Zellbiologie
Stoff- und Energienutzungsprozesse/ Energiefluss/ Entropie
Energieversorgung des Menschen: Ernährungsproblematik/ Zivilisationskrankheiten
Fotosynthese: fundamentale Bedeutung der pflanzlichen Umwelt für Ernährung und Klima
Enzymatik: katalytische Prozesse
c) Genetik
Humangenetik und Gentherapie
Bio- und Gentechnologie
Klonen
d) Ökologie
Der Bereich "Ökologie" weist als Element des thematischen Leitbildes "Nachhaltige Entwicklung" naturgemäß eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten auf, an denen insbesondere das Konfliktfeld Ökonomie/ Ökologie deutlich werden kann. Genannt seien hier nur:
Struktur und Dynamik der Ökosysteme/ Ökologisches Gleichgewicht
Nutzung und Belastung der Ökosysteme durch den Menschen
Natur- und Umweltschutz
Fossile und regenerative Energien
e) Verhaltensbiologie
Informationsverarbeitung: Medien/ Kommunikation, Lernen
Medikamente und Gifte, Drogen
Regelkreismodelle
Soziobiologie:
menschliches Zusammenleben, z. B. Aggression/ Krieg und Frieden